Inkscape – professionelle Vektorbearbeitung

inkscape-professionelle-vektorbearbeitung
Vektoren, aber mit allen Extras: Masken, Verläufe, Muster und Transparenz

Vor einigen Monaten berichtete ich darüber, dass man mit Inkscape sehr einfach professionelle Webgrafiken erstellen kann. Wer einige Zeit mit dem Programm arbeitet, und sich vor allem die Shortcuts aneignet, wird nicht mehr auf dieses absolut professionelle Open Source Tool zur Vektorbearbeitung verzichten wollen.

Ausgereiftes Formenkonzept

Die Formen von Inkscape sind wirklich einfach zu bedienen. Inkscape unterscheidet sinnvollerweise zwischen der Größe einer Form selbst als Eigenschaft und der Transformation von Elementen. So wird eine abgerundete Ecke eines Recktecks in den Formeigenschaften selbst definieren. Skaliert man später diese Form durch eine Transformation, so verziehen sich die Rundungen. Will man die Größe der Form ändern ohne dass sich die Eckenrundung verändert, so muss man die Breite und Höhe in den Formeigenschaften selbst ändern. Diese einfache Unterscheidung führt dazu, dass man sowohl mit Ecken als auch ohne Eckenskalieren kann. Das ist nur ein Beispiele, das zeigt, dass sich Programmierer der Open Source Software wirklich Gedanken gemacht haben.

Ein weiterer Vorteil bei Formen ist die Editierbarkeit der Formeigenschaften an der Form selbst. So hat das Rechteck einen Punkt, an dem man die Eckenrundung per Maus einfach ziehen kann. Am Kreis kann so zum einen der Radius, zum anderen der Endpunkt des Bogens verändert werden. Beim Stern erreicht diese Benutzerfreundlichkeit ihren Höhepunkt. Hier kann einfach aus einem Stern ein dreiarmiger Bumerang gezogen werden. Oder auch eine 64-fach gedrehte mathematische Kurve, wem es gefällt. Die Kreativität wird hier jedenfalls ordentlich angeregt.

Farbpaletten und Farbmischer

Was mich seit Jahren bei Adobe-Produkten gestört hat, waren die schlecht zu bedienende Farbmischer. Wollte man mal schnell in einem Menü eine Farbe auswählen, so musste man entweder mindestens drei Schieberegler verschieben und sich hierfür auch schon recht gut mit Farbenlehre auskennen, oder aber in einem winzigen Feld aus allen Farben auswählen. Inkscape liefert von Haus aus einige recht gute Paletten mit (lustigerweise u.a. auch Windows-Icon-Farben). Beim Farbmischer kann man aus sage und schreibe fünf Systemen auswählen, wobei das Farbrad mein persönlicher Favorit ist.

Tutorial als Inkscape-Dokument

Dass selbst die Tutorials und Einführungen Inkscape-Dokumente sind, zeigt eigentlich schon, dass die Macher selbst mit ihrem Programm arbeiten wollen. Hier wird alles von den Grundlagen über Formen und Farben bis hin zu Vektorisierung erklärt, antürlich mit den entsprechenden Shortcuts, denn teilweise sind Aufgaben nur über Tastenkürzel zu erledigen. Über diese Einführungen lernt man innerhalb weniger Stunden die Software komplett kennen. Auch wieder sehr Kreativitätsfördernd.

Was Inkscape nicht kann

Wer versucht, mit Inkscape Flyer mit Fließtext zu gestalten, wird auf ein Problem stoßen. Inkscape kann keine Silbentrennung. Insgesamt lässt das Textwerkzeug im Block zu wünschen übrig. Aber das liegt offensichtlich an den Beschränkungen von SVG. Vielleicht wird es da in Zukunft noch etwas entwicklung geben.

Das Tollste an Inkscape

Wer Webgrafiken exportieren will, wird seine wahre Freude mit Inkscape haben. Egal welches Element wir auswählen, Inkscape exportiert auch die Auswahl. Aber nicht nur die Auswahl, sondern alles, was im Auswahlbereich zu sehen ist. Das geht sogar soweit, dass man eine transparente Ebene über den gewünschten Exportbereich legen kann, so dass alles, was darunter liegt über einen Mausklick als Grafik exportiert ist. Keine Bildbearbeitung mehr nötig. Wo doch Adobe inzwischen schon auf ihrer Internetseite für CS4 mit Zeitersparnis wirbt: Mehr Zeit als mit Photoshop spart man, wenn man Photoshop gar nicht mehr öffnen muss. :-)

Die Filter- und Vektorisierungsfunktionen habe ich bisher noch nicht getestet. Wenn ich mal bald dazu komme, werde ich natürlich hier im Blog darüber berichten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *