WordPress – 8 Gründe, weshalb WordPress nicht das beste CMS ist.

Ich muss hier nochmal einen Gegenpol zu WordPress erzeugen. Es geht um einen oft angestellten Vergleich zwischen WP und TYPO3 bzw. anderen Content Management Systemen. (u.a.  „WordPress – 10 Gründe, weshalb WordPress das beste CMS ist„) Nach inzwischen sehr viel TYPO3-Erfahrung und einiger WP-Erfahrung kann ich mich hier vermutlich etwas qualifizierter über den Vergleich äußern.

Die 8 Gründe sind natürlich etwas provokativ formuliert, damit man sich eben auch ein Bild über die Nachteile von WordPress gegenüber anderen CMS machen kann. Dazu sei noch angemerkt, dass ich WordPress insbesondere als Blog-System bevorzuge und auch schon mal für eine einfache Webseite eingesetzt habe. Allerdings eben nur, wenn es günstig sein und den Standard nicht überschreiten sollte.

1. Schwierige Upgrades

Der Zeitaufwand für die WP-Erstinstallation ist schön. So lange es eben nicht um Umzüge, Upgrades oder sonstige Problemchen geht. Da ist dann die „klick und fertig“-Usability auch gleich nicht mehr so nützlich, wenn z.B. beim automatischen Upgrade einfach nichts funktioniert und man nicht rausfinden kann woran es liegt.

2. Häufig notwendige Backups

WP sagt, man müsse vor jedem Upgrade Backups machen. Und das zurecht. Dass beim Upgrade beispielsweise das Standard-Theme überschrieben wird, muss man erst mal wissen. Davor warnt einen niemand bei dessen Bearbeitung im integrierten Theme-Editor.

3. Komplizierte Templates

Templates gestalten muss in WordPress erst mal gelernt sein. Nicht einfach eine HTML-Seite mit entsprechenden Markern, die dann automatisch ersetzt werden, sondern für alles eigene Funktionen und diese dann auch noch recht unflexibel, so dann man sich doch in die Umprogrammierung der Funktionen von WordPress einarbeiten muss (addAction etc.).

4. Alles im Blog-Stil

Es ist ja schön und gut, wenn ein WordPress-Blog wie dieser im Blog-Stil verfasst ist, doch eine einfache Webseite sollte nicht gleich an ein Blog erinnern. Diese Design-Elemente wie Tags, Kommentare etc. nur gezielt einzusetzen, wird in WP jedoch schwierig.

5. Teilweise schlechte Plugins

Man merkt eben doch, dass nicht nur Profis bei WP mitmischen. Viele Plugins und Widgets sind einfach nur schlecht programmiert. Das führt dann häufig zu Fehlermeldungen im Javascript oder dazu, dass andere Dinge nicht mehr funktionieren.

6. Lizenz-Wirrwarr mit Themes

WP selbst steht unter der GNU/GPL. Es rühmt sich damit, dass es so unheimlich viele Themes gibt – was für Webdesigner nicht immer von Vorteil ist, da auch eine große Menge Schrott unterwegs ist. Doch wer wirklich mal ein Theme kommerziell einsetzen will, muss sich erst einmal genauestens erkundigen, welche Lizenz gewählt wurde. Hier kann eine Lizenz offensichtlich so ziemlich alles beinhalten, was der Theme-Gestalter will: einmalige Benutzung frei, nur mit Namensnennung oder nur für nicht-kommerzielle Projekte.

7. Sicherheitslücken

Immer und immer wieder werden Sicherheitslücken bekannt, dann folgen Upgrades, und diese haben wieder Lücken. So ist das eben in der Software- und Webentwicklung, aber so viele Probleme, und das immer wieder, das passiert bei TYPO3 nicht, denn hier wird intensiver getestet, bevor neue Versionen rauskommen.

8. Effekt-Verblendung

Insgesamt ist die Oberfläche von WordPress benutzerfreundlich. Es gibt zahlreiche Features, die einfach umgesetzt, aber eine gewisse Special-Effect-Wirkung auf die Nutzer haben. Wir benutzerfreundlich das System dann wirklich ist mit seinen rund 50 Navigationseinträgen auf der linken Seite (wenn man mal alles aufklappt), sei dahingestellt.

Fazit: Standard vs. Individuell

Im direkten Vergleich mit TYPO3 merkt man: man kann WordPress eigentlich nicht mit TYPO3 vergleichen. Es handelt sich um zwei völlig verschiedene Systeme, die für völlig verschiedene Anwendungsbereiche erfunden wurden. WordPress ist eine Blog-Software, TYPO3 ein CMS mit demnächst integriertem PHP-Framework. Wer aus WordPress ein CMS machen möchte, der muss sich mit Defiziten und Standards anfreunden.

TYPO3 überlässt alle Freiheit, doch dafür ist es kompliziert. Eine benutzerfreundliche Frontend-Editing-Oberfläche zu schaffen, ist eben nicht einfach. Doch es geht, so wie fast alles geht in TYPO3. Nur eben nicht schnell. Aber wenn es erst mal läuft, dann läuft es sicher, gut und einfach erweiterbar. Was man von WordPress im etwas sinnentfremdeten Einsatz als CMS nicht sagen kann.

3 Gedanken zu „WordPress – 8 Gründe, weshalb WordPress nicht das beste CMS ist.“

  1. Hallo, ich habe eine Word press Webseite. Hatte vorher Typo3 und muß sagen das Word press viel arbeitsintensiver, unnötig zeitraubend ist. Allein schon das ständige verlangte Aktualisieren verschiedener Plugins, sonst läuft es ja nicht rund ist auch für den, der so wie ich auch EDV Kenntnisse hat zum großen Teil mit Verlaub eine Zumutung. Allein auch das banale Anlegen einer neuen Seite, na besten Dank, so ein zeitraubender Umstand, der während der Arbeiten immer wieder kontrolliert werden muß, gibt es bei Typo 3 nicht.
    Durch Typo 3 war man sozusagen verwöhnt; da nicht immer wieder und wieder neue Aktualisierungen verschiedener Plugins, themes und wie sie alle benannt wurden in auch noch kürzerer Zeit von nur ein paar Wochen gemacht werden mußten. Aber so, das ist einfach unschön, und zum Teil nervig und erneut zeitraubend. Da kann man schon „böse technische stagnierende Überraschungen erleben“

  2. Also ich sehe das inzwischen etwas anders. Wenn es Sicherheitslücken gibt, die einen Angriff der Seite ermöglichen, ist das schon gut, dass das CMS einen daran erinnert. Und dass manche Plugins nicht kompatibel sind bei Versionsupgrades, das gibt’s ja bei jedem CMS – das ist eines der Hauptprobleme in der IT überhaupt: Schnittstellen zu programmieren, die auch noch in 10 Jahren ausreichend sind. Und weil sich ja die Plugins eines CMS direkt auf den Core-Code beziehen, d.h. dessen Helper-Funktionen usw. benutzen dürfen und sollen, ist es unumgänglich, dass Updates gemacht werden müssen.

    Ich stelle inzwischen eher die Frage, um welches Projekt es sich handelt. Wenn es eine einfache „Homepage“ ist, auf der sich Marc Mustermann vorstellen will, dann ist WordPress mit den Standardeinstellungen und ohne viele Plugins eine sehr einfache Lösung. Wenn die Seite aber z.B. sehr komplex ist von der Datenstruktur her, kann das Drupal viel besser abbilden. Wobei ich inzwischen wahrscheinlich auf ein CMS wie Drupal für die Datenpflege zugreifen würde, und von da aus die API einrichten, auf die eine Javascript-Applikation (Vue.js, React oder was auch immer) für’s Frontend zugreift. Das sind aber ganz andere Projektdimensionen.

    Lass uns doch das Kriegsbeil begraben! 😉 Es kommt immer auf den Kontext an. Und ein Webdesigner kann mit WordPress was zaubern, der andere mit TYPO3.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *