Kultur kritisiert

Fünf komma Null Prozent Wachstum

Die Kommerzialisierung nahezu aller Lebensbereiche hat dazu geführt, dass heute mehr inszeniert wird als je zuvor. Es geht dabei immer um eins: Verkaufen.Man verkauft Produkte, und handelt es sich nicht um ein Produkt, so wird eins daraus gemacht. Aus Dienstleistungen werden „Pakete“ gemacht. Fernsehsendungen machen uns längst vor, wie Menschen sich als Produkt vermarkten können, siehe Superstar, Topmodel oder Eurovision Song Contest. Wichtig ist dabei: Wo man sich verkauft, da darf man nicht anecken. Denn anderenfalls sinkt die Beliebtheit und ein anderes „Produkt“ wird bevorzugt. Aber was hat das eigentlich mit Kultur zu tun?

Systemkritik ist im Politischen System schon längst nicht mehr enthalten. Wenn hier kritisiert wird, dann typischerweise der politische Gegner in übertriebener, dramatisierender Weise. Wer als Politiker frei aus dem Bauch heraus kritisiert, wird von der Presse oft für Unprofessionalität gerügt. Denn angeblich ist geschlossenes Auftreten wichtiger als gesunder Menschenverstand. Zweifel sind tabu für das Image, Kritik unerwünscht.

Spielt  Kunst und Kultur eine zunehmend wichtige Rolle in der Ausübung von gesellschaftlicher Kritik? Ist Kunst und Kultur sogar heute der einzig verbliebene Bereich, in dem kritisiert werden darf? Ironischerweise wurde einst Kultur von Adorno wegen zunehmender Kommerzialisierung und Anpassung an das kapitalistische System als Kulturindustrie beschimpft und kritisiert.

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