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	<title>Digital entwickelt. &#187; Gesellschaft</title>
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		<title>Crowdsourcing: Kollektive Ausbeuten, solange es uns nicht trifft</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 11:20:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>drcho</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Klar, es ist reizvoll, für hundet Euro ein neues Logo zu bekommen. Und warum sollte man den teuren Grafiker aus Deutschland beauftragen, wenn ein Osteuropäer oder Südamerikaner es für ein Zehntel des Preises macht? Es geht hier nicht um Rassismus oder Nationalismus, nur um faire Arbeitsbedingungen und fairen Handel. Crowdsourcing ist das neue Zauberwort. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Klar, es ist reizvoll, für hundet Euro ein neues Logo zu bekommen. Und warum sollte man den teuren Grafiker aus Deutschland beauftragen, wenn ein Osteuropäer oder Südamerikaner es für ein Zehntel des Preises macht? Es geht hier nicht um Rassismus oder Nationalismus, nur um faire Arbeitsbedingungen und fairen Handel. Crowdsourcing ist das neue Zauberwort. Es behauptet zu sein, was es nicht ist, und es ist darüber hinaus sogar das genaue Gegenteil.<span id="more-320"></span></p>
<h2>Kollektive Kreativität vs. Entsolidarisierung</h2>
<p>Crowdsourcing bedeutet für den Arbeitgeber die Loslösung vom Arbeitsvertragsrecht. Denn es besteht gar kein Vertrag. Und für den Arbeitnehmer die vollständige Unsicherheit in Bezug auf Bezahlung. Es wendet die Prinzipien des freien Wettbewerbs auf einzelne Aufgaben an, tut dies auf globaler Ebene, und umgeht somit nationale Regulierungen. Crowdsourcing wirkt entsolidarisierend, denn die Angehörigen des gleichen Berufszweiges arbeiten ausschließlich gegeneinander. Frecherweise schmücken die Befürworter diese neuen globalen Ausbeutungsformen diese aber gerne mit dem Wort &#8220;kollektiv&#8221; und nennen sie dann die &#8220;Kreativität der Massen&#8221;. Damit muss aufgehört werden, denn es schaden nicht nur den Ausgebeuteten, sondern auch langfristig denjenigen, die heute noch glauben, davon zu profitieren.</p>
<h2>Open Source goes Konkurrenz</h2>
<p>Darum ärgert es mich ganz besonders, wenn in letzter Zeit vermehrt darüber berichtet wird, wie man mit Crowdsourcing die &#8220;Kreativität der Vielen&#8221; nutzen könne. Auch <a title="Öffnet externen Link in einem neuen Fenster" href="http://t3n.de/news/webtrends-10-crowdsourcing-dienste-uberblick-260451/" target="_blank">das Open Source befürwortende t3n-Magazin brachte heute erneut einen Beitrag</a>, in dem es zehn Crowdsourcing-Dienste völlig unkritisch vorstellt:</p>
<blockquote><p>Sollte sich die Firma für ein Design entscheiden, kommt ein Geschäft zwischen dem erfolgreichen Designer und dem Unternehmen zustande.</p></blockquote>
<p>Und was passiert mit den anderen? Das scheint t3n egal zu sein &#8211; doch die anderen sind vielleicht ihre Leser. Crowdsourcing handelt nach dem Motto: &#8220;Du arbeitest für uns und wir bezahlen Dich nur, wenn Du besser bist als die anderen&#8221;. Das versucht hier selbst die Open Source Szene mit beschönigenden Aussagen zu verdrängen. Schade.</p>
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